Korsett
Korsetts wurden vermutlich schon im 16. Jahrhundert getragen. Auf alten Gemälden tragen Frauen Kleider, die auf das Tragen eines Korsetts hindeuten. Nachweislich trugen um 1600 die Frauen am Spanischen Hof ein Korsett, das die Figur konisch formte und die Brust flach drückte. Am prüden Königshof wurde damit jegliche Weiblichkeit verleugnet. Erst in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Brust durch eine sehr schmal gebundene Taille hoch gedrückt und hervorgehoben. Diese Form blieb bis zur Französischen Revolution 1789 modern. Der Begriff Korsett existierte noch nicht, man sagte vielmehr Leibstück oder Schnürmieder. Das bevorzugte Material zur Versteifung des Mieders war Fischbein, später kamen Horn und Stahlband dazu. Zur Zeit des Empire und Biedermeier blieb den Frauen das Tragen eines Korsetts erspart, denn die Schnitte der Kleider wurden fliessend. Um 1840 wurde das Korsett wieder modern. Eine begeisterte Korsettträgerin war Kaiserin Elisabeth von Österreich.
Sissi ließ sich ihre Taille auf 50 cm schnüren und entsprach damit dem eleganten Frauenbild ihrer Zeit.
Obwohl Ärzte immer wieder vor den Folgen des Korsettragens warnten, nahmen selbst 14- jährige Mädchen in Kauf, das sich ihr Skelett verformte und sich die inneren Organe verlagern konnten.
Erst die Frauenbewegung nach dem ersten Weltkrieg schaffte das Korsett ab und reformierte das Sackkleid.
Heute unterstreicht das Korsett vor allem die weibliche Sinnlichkeit und gehört zu jeder Dessouskollektion.
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